Eingewöhnung


Man freut sich teilweise sehr lange auf seinen neuen kleinen Schützling und möchte dann natürlich auch gleich vom ersten Tag an so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. Er soll gleich auf die Hand kommen und am besten schon sehr früh wach sein am Abend. 

 

Diese Wünsche sind verständlich, doch den Hamstern sind diese nicht bekannt und sie können sie auch nicht sofort erfüllen. Dazu brauch es Zeit – manchmal mehr und manchmal noch mehr Zeit!

Um zu verstehen, was in einem so kleinen Tierchen vorgeht, wenn es in sein neues Zuhause kommt, muss man sich in seine Lage versetzen. Es ist alles neu und fremd. Bis vor kurzem saß er möglicherweise noch mit seinen Geschwistern und seiner Mutter zusammen. Nun ist er bei Euch und weiß nicht wie ihm geschieht. Da hat er natürlich zuerst vor allem Angst. 

 

Es gibt immer Ausnahmen, die das alles nicht aus der Bahn wirft und die völlig unbekümmert auf den neuen Menschen zugehen. Diese Fälle sind die Ausnahmen die die Regel bestätigen!

 

Dann gibt es aber auch den gegenteiligen Fall von Hamstern, die beinahe nie wirklich zutraulich werden, weil es ganz einfach ihr persönlicher Charakter ist. Hamster sind so unterschiedlich wie wir Menschen. Es gibt daher auch kein Patentrezept, wie man einen Hamster für sich gewinnt. Eines ist jedoch bei allen gleich:

Man muss Geduld und sehr viel Empathie für sie haben!

 

Zu Beginn muss der Hamster erst einmal Vertrauen in seine unmittelbare Umgebung fassen. Daher ist es ratsam, ihn in den ersten paar Tagen nicht zu sehr zu stören. 

 

Man merkt wenn er sich etwas sicherer in seinem neuen Zuhause bewegt und dann kann man die erste Kontaktaufnahme wagen. Mit Leckerlis oder Frischfutter kann man sich beliebt machen. Aber auch das kann dauern und einige Fehlversuche mit sich bringen. Meist flüchtet das neue Tierchen schon, wenn man das Gehege öffnet. Das ist eine völlig normale Reaktion.

 

Hamster sind klassische Beutetiere, ihre Sicherheit liegt in der Flucht und dem Verstecken, sobald sie Gefahr vermuten. Wenn sie dann einige Male gemerkt haben, dass ihnen nichts passiert, wenn die Tür aufgeht und sie jedes mal danach eine Leckerei vorfinden, sobald Ihr da wart, wird Eure Gegenwart irgendwann als positiver Impuls abgespeichert.

 

Wichtig ist in dieser Zeit auch, dass Ihr das Gehege soweit wie möglich in Ruhe lasst. Also nichts umstellen oder verändern. Auch keine neue Streu oder Heu einfüllen. Das größte Tabu ist sein Häuschen. Öffnet es nicht wenn er drin sitzt und macht auch weder die Pipiecke, noch den Futterbunker sauber. Das ist in den ersten 3 bis 4 Wochen auch noch gar nicht nötig. Daher gibt man auch nur kleine Portionen Frischfutter, damit diese nicht in der Vorratsecke verderben können und es nötig machen, den Hamster zu verunsichern.

Meist hat sich das Hamsterchen in dieser Zeit auch noch keine feste Pipiecke ausgesucht und man wird daher nichts riechen oder gar finden können. Je besser Ihr sein neues Zuhause erst mal in Ruhe lasst, desto besser kann er sich auch einleben.

 

Die 'Fuzzys' werden von klein auf intensiv an die Hand des Menschen gewöhnt. Ich verbringe sehr viel Zeit mit ihnen, um ihnen so viel positive Erfahrungen wie möglich mitzugeben. 

 

Jedoch ist es im neuen Zuhause bei jedem Tierchen wieder eine völlig andere Situation. Daher muss sich das Zusammenleben mit Euch erst langsam einspielen. Man muss sich kennen lernen und abschätzen können. Dies funktioniert nur mit Geduld und – weder zu viel noch zu wenig – Vorsicht. 

 

 

Zeigt man sich zu unsicher, wird auch das Tier unsicher. Ist man hingegen zu aufdringlich oder offensiv, beginnt das Hamsterchen sich eine Abwehrhaltung anzueignen. Ihr müsst ganz ruhig und entspannt an die Sache heran gehen. 

Beinahe nach jeder Abgaberunde eines aktuellen Wurfes erreichen mich schon die ersten besorgten Nachrichten nach 3 bis 5 Tagen. Der Hamster zeigt sich nur selten oder lässt sich noch nicht anfassen. Ja das kann wirklich sein und das ist völlig normal! Nur weil sie mich kennen und zutraulich bei mir sind, bedeutet das nicht, dass sie bei jedem Menschen so sind.

 

Wir nehmen auch nicht gleich jeden Fremden in die Arme und sind vertraut mit ihm. Das muss einfach wachsen. Und wenn man etwas erzwingt oder ungeduldig ist, erreicht man damit nur das Gegenteil. Also gebt Euch und Eurem kleinen Schützling die Zeit zusammen zu finden, die notwendig ist.

 

Wenn er sich noch nicht zeigt, ist er eben noch nicht so weit. Das heißt nicht, dass es für immer so sein muss. Bei einem Tierchen dauert es länger und beim anderen kürzer. Es liegt auch ein Stück weit an Euch, wie leicht der Hamster vertrauen fassen kann. Nehmt Euch und ihm den Erfolgsdruck und alles wird gut.