Mehlwürmer


Da Hamster in der Regel auch tierisches Eiweiß in ihrem Futterangebot finden sollten und gerne auch Lebenfutter verzehren, möchte ich Euch hier das Thema Mehlwürmer näher bringen.

 

Zu Beginn wird jeder wohl mit Ekel auf die kleinen Tierchen reagieren. Doch wenn man sieht, mit welchem Genuss der geliebte Hamster das Würmchen verspeist, beginnt man sich doch irgendwann näher damit zu befassen. Im Laufe der Zeit habe ich feststellen müssen, dass sie sehr interessante Tiere sind und es wirklich spannend sein kann, sie bei ihrer Entwicklung zu beobachten.

 

Wenn man sich für lebende Mehlwürmer als Leckerli für seinen Plüschpopo entscheidet, sollte man aber auch darauf achten, diese so gut zu behandeln wie es geht. Denn sie sind auch Lebewesen mit einem Recht auf gute Behandlung.

Und Tote oder kranke Würmer sind für den Hamster sehr schädlich!

Der Mehlwurm


Mehlwürmer sind die Larven des Mehlkäfers.

Sie können bis zu 40 Millimeter lang werden und häuten sich im laufe ihres Wachstums 10 bis 16 mal. Wonach sie jedes Mal zuerst ganz hell aussehen und erst mit der Zeit, wenn ihr Panzer nachhärtet, wieder ihre goldgelbe Färbung erlangen. In der Regel dauert ihr Leben als Larve 3 bis 4 Monate. Wenn man ihre Umgebung etwas kühler hält, kann man dieses Stadium sogar bis zu einem ganzen Jahr verlängern.

 

Kurz bevor die Verpuppung einsetzt, beginnen die Mehlwürmer träge zu werden. Sie bewegen sich kaum noch und essen auch nicht mehr. Puppen kann man auch gerne verfüttern. Anscheinend werden sie teilweise sogar lieber verspeist als die Würmer selbst. So könnte man auch verhindern zu viele oder überhaupt Mehlkäfer zu bekommen.

Der Mehlkäfer


Nachdem sich die Mehlwürmer verpuppt haben, schlüpfen ca. 20 Tage später die Mehlkäfer. Diese sind nach dem Schlüpfen hell und recht weich, werden zunehmend dunkler, bis ihr Panzer ganz ausgehärtet und schwarz ist. Sie sind dann zwischen 10 und 18 mm groß.

Wer gerne weitere Mehlwürmer züchten möchte, wird sich nach ein paar Monaten über neue Larven freuen können, denn Mehlkäfer sind sehr schnell fortpflanzungsfähig. Sie legen während ihres 5-6 monatigen Lebens ca. 100 bis 150 Eier.

 

Es wird teilweise behauptet, dass Mehlkäfer auch fliegen könnten. Was jedoch nie wirklich belegt wurde. Man brauch daher keine Angst zu haben, dass sie einem davon fliegen. Meine Mehlkäfer sind bisher auch noch kein Stück geflogen. Wenn Euer Hamster auch Käfer frisst, könnt ihr sie ihm gerne anbieten. Am besten vielleicht solange sie noch hell und etwas weicher sind.

 

Haltung der Mehlwürmer und -käfer


Meistens kauft man sie verpackt in einer Plastik-Schachtel. Darin darf man sie jedoch nicht aufbewahren! Die Dichte und Menge der Tiere ist auf Dauer tödlich für sie und abgesehen davon kein angenehmer Umstand. Sie sollten nie aufeinander liegend gehalten werden. Durch diese Art der Haltung verenden viele Tiere sehr schnell und qualvoll oder werden von ihren Artgenossen teilweise auf- bzw. angefressen. Das sollte man bitte vermeiden!

 

Idealerweise holt man für sie ein sogenanntes Faunarium, das man mit Haferflocken auffüllt und sie darin wohnen lässt. Man kann aber auch, so wie ich es zu Anfang machte, ein anderes großes Gefäß mit einem Luft durchlässigem Deckel verwenden. 

 

Es sollten mehr Haferflocken als Mehlwürmer vorhanden sein, damit sie wenigstens einen kleinen Lebensraum haben, wo sie ihre Zeit so angenehm wie möglich verbringen können. Hierbei sollte man vor allem darauf achten, dass sie an einem kühlen Ort stehen. Je wärmer ihre Umgebung ist und je mehr man ihnen zu Essen gibt, desto schneller entwickeln sie sich zu Puppen und kurz darauf zu Mehlkäfern!

Man kann sie theoretisch auch in den Kühlschrank stellen (bei 5-8°Grad), um eine gleichbleibend kühle Temperatur zu sichern. So kann man ihren Laven-Zustand bis zu einem Jahr hinaus zögern. Doch dies ist vielleicht nicht für jeden Mitbenutzer des Kühlschrankes so angenehm.

 

Eine Puppe braucht ca. 20 Tage bis aus ihr ein Mehlkäfer schlüpft. Auch Mehlwürmer essen ihre verpuppten Artgenossen sehr gerne, daher sollte man die Puppen in Sicherheit bringen, wenn man einige Käfer zum Züchten haben möchte. 

Der Nachwuchs stellt sich nach einigen Monaten völlig von alleine ein. Da Mehlkäfer Parasiten sind, vermehren sie sich recht zügig und zuverlässig. Wer mag, kann für die Käfer und ihren Nachwuchs ein extra Faunarium bereit stellen. Das ist jedoch nicht unbedingt notwendig. Man kann auch alle Entwicklungsstadien in einem großen Gefäß halten. Hauptsache es sind genug Haferflocken vorhanden und 3-4 mal wöchentlich eine kleine Portion Frischfutter um den Flüssigkeitshaushalt der Tiere auszugleichen.

 

Die Mehlwürmer und ihre großen Artgenossen, die Käfer, essen alles was man ihnen serviert. Von Obst über Gemüse bis hin zu Nudeln oder auch Fischfutter. Sie verputzen einfach alles. Man kann ihnen jede Art von Küchenabfällen anbieten. Mehlis sind nicht wählerisch! ;)

Ungewünschte Mehlkäfer darf man nicht in die Natur entlassen! Sie sind Parasiten und können in Freiheit schnell zu einer Land-Plage werden.

Falls Ihr zuviele Mehlwürmer oder -käfer habt und denkt, Ihr müsstet einige reduzieren, so ist Einfrieren wohl noch die beste Methode. Wenn Sie 2 Tage im Tiefkühlfach waren, kann man sie im Biomüll entsorgen und sie richten keinen Schaden mehr an.