Winterschlaf


Wildlebende Syrische Goldhamster und ihre auch in Deutschland heimischen  Verwandten,

die Feldhamster, halten jedes Jahr ihren Winterschlaf ab. Unsere Haustiere jedoch sollten

davor geschützt werden. Warum und wie, versuche ich im Folgenden zu erklären.

 

Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie die wildlebenden Tiere in den Winterschlaf kommen und welche Faktoren letztendlich diesen Zustand, in dem sie dem Tode näher sind als dem Leben, begünstigen. Es wird vermutet, dass ein Zusammenspiel aus innerer Uhr, Hormonen, Tageslänge und kühlere Temperaturen den Impuls gibt, in den Winterschlaf zu fallen.

 

Vorher gibt es für die Tiere noch einiges an Vorbereitungen zu erledigen. Etwas Speck anfressen, einige Vorräte sammeln - für einen eventuellen "Winterschlaf-Snack", Magen und Darm darauf vorbereiten, dass nun eine längere Zeit kein normaler Stoffwechsel statt finden wird. 

 

 

Der Winterschlaf ist für wildlebende Tiere eine wunderbare Strategie die winterliche Nahrungsknappheit und die unangenehm tiefen Temperaturen einfach zu verschlafen. Sie reduzieren ihre Stoffwechseltätigkeit und drosseln die Herzfrequenz sowie ihre Atmung um ein Vielfaches. So verbringen sie den Winter in einem bewegungslosen Starre-Zustand.

 

All diese Vorbereitungen können unsere Hamster nicht leisten und haben auch keine Veranlassung dazu. Anders als bei Reptilien brauch der Organismus unserer Hamster diese körperliche Auszeit nicht. Sie merken zwar auch dass die Tage kürzer werden und verhalten sich teilweise ruhiger, schlafen eventuell auch länger als sonst. Doch einen echten Winterschlaf brauchen die nicht und dürfen ihn auch nicht haben. Denn ihr Organismus ist darauf nicht mehr ausgelegt. Daher wirkt sich ein Winterschlaf bei ihnen nicht nur lebensverkürzend aus, sondern kann schlimmstenfalls direkt zum Tode führen!

 

Damit Eurer Hamster dieses Schicksal nicht erleiden muss, solltet Ihr dafür Sorge tragen, dass das Zimmer, in dem er lebt, immer ausreichend beheizt wird. Ich empfehle Sommer wie Winter ein konstante Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad. In meinem perfekt isolierten und beheizten Hamsterzimmer ist das kein Problem. Wenn Euch das aus baulichen oder sonstigen Gründen nicht möglich ist, sollte man zumindest schauen, dass die Raumtemperatur nie unter 15 Grad sinkt! Ich finde die Hamster sollten nicht frieren müssen. Das wollen wir für uns ja genauso wenig. 

 

Ab ca. 10 Grad setzt der Winterschlaf ein und das solltet Ihr aus den oben genannten Gründen bitte unter allen Umständen vermeiden.

 

 

Sollte Euer Hamster aus ungünstigen Umständen heraus leider doch in den Winterschlaf gefallen sein, sollte er zeitnah und vorsichtig daraus befreit werden. Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Hamsterchen ist tot. Denn die Atmung ist nicht mehr spürbar, es ist eiskalt und beinahe schon steif. Natürlich kann der Hamster unter dem Winterschlaf verstorben sein, doch man kann das nur ausschließen, indem man ihm die Möglichkeit gibt wieder aufzuwachen.

 

Am besten nimmt man das völlig ausgekühlte Tier in die Hände und wärmt es langsam wieder auf. Man kann auch eine leicht angewärmte Wärmflasche zur Hilfe nehmen. Danach bitte die Raumtemperatur konstant halten, dass sich dieser Vorfall nicht wiederholt. Beobachtet in den folgenden Tagen Euer Tier aufmerksam, ob es eventuell Schnupfen oder eine Lungenentzündung davon getragen hat. Beim kleinsten Anzeichen bitte sofort zum Tierarzt. Dann hilft nur noch professioneller Rat und Tat.